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Wie unpassend, diesen Planeten Erde zu nennen,
wenn er doch ganz klar ein Ozean ist. Arthur C. Clarke

Die Deutsche Maritime Akademie ist eine Stiftung des Deutschen Marinebundes e.V. (DMB) mit Sitz in Laboe.

Als Bildungswerk des DMB, des größten maritimen Interessenverbands Deutschlands, soll die Akademie das Wissen um die Bedeutung der See, der Schifffahrt, der maritimen Wirtschaft und der Meerespolitik für das Wohl der Bundesrepublik Deutschland – auch in küstenfernen Regionen – fördern. Dies erreicht die Akademie unter anderem durch

Maritime Expertengespräche in Laboe und im Binnenland, wissenschaftliche Symposien zu Fragen der Meerespolitik und der maritimen Wirtschaftspolitik, Seminare zu Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Studienreisen und internationale Begegnungen maritim Interessierter.

Ziele der Deutschen Maritimen Akademie

Mit vielfältigen Bildungsangeboten trägt die DMA dazu bei

  • das maritime Bewusstsein in Deutschland zu intensivieren
  • das Wissen um die Rolle und die Bedeutung der maritimen Wirtschaft in der Bundesrepublik
  • die sicherheitspolitische Bedeutung freier Seewege
  • die Rolle der Deutschen Marine für die sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik
  • die Bedeutung der internationalen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zu fördern
  • das Verständnis für maritime Traditionen und Kultur
  • das Verständnis für eine zeitgemäße maritime und militärische Gedenkkultur in Deutschland
  • durch interne Weiterbildung für den Deutschen Marinebund sowie angeschlossene Verbände und Vereine das Verständnis und die Fähigkeiten für die Vermittlung maritimer Themen zu schärfen

PRESSEMITTEILUNGEN UND BERICHTE

Eisig und doch voller Leben – Sonderausstellung „Antarctica“ im Übersee-Museum Bremen

Kurs Süd, immer Süd. Über den Äquator mit seiner Sonne und der ewigen Hitze. Dann beginnt die Temperatur zu sinken, es wird nicht nur kühler, es wird kalt. Richtig kalt. Schließlich haben wir nach einer Reise von vielen Tausend Kilometern unser Ziel erreicht: die Antarktis, einer der am wenigsten erforschten Orte der Welt. Hier herrschen Temperaturen von -55 °C, Windböen erreichen 300 km/h, im Winter gibt es nur wenige Stunden Sonnenschein am Tag. In dieser bizarren und scheinbar lebensfeindlichen Umgebung existiert eine schier unüberschaubare Anzahl von Tieren, die sich perfekt an die für uns Menschen tödlichen Gegebenheiten angepasst haben.

Kommen Sie mit auf eine Reise in die Welt der weißen Kälte, als 12. Mitglied der Expedition von Luc Jacquet. Im Alter von 24 Jahren kam der damalige Biologiestudent erstmalig in die Antarktis, um für ornithologische Forschungen Pinguine zu zählen. Damals entdeckte er nicht nur seine Abenteuerlust, sondern auch die Leidenschaft für den Film. Diese hat ihm 2015 den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ für das Meisterwerk „Die Reise der Pinguine“ eingebracht, eine opulente Arbeit von berauschender Schönheit, die 35 Mio. Menschen weltweit begeisterte. Zusammen mit den Fotografen Laurent Ballesta und Vincent Munier sowie acht weiteren Männern hat sich Jacquet 2015 wieder auf die Reise gemacht, um den Menschen die Vielfalt dieser unwirtlichen Region nahezubringen. Die Resultate seiner mühevollen und gefährlichen Arbeit können Sie im Übersee-Museum in Bremen bestaunen. 45 Tage lang hat das Team in dem von Menschen bislang fast unberührten Raum zugebracht und dabei einzigartige und beeindruckende Sequenzen festgehalten. Die Taucher der Expedition mussten bis zu sechs Stunden mit dem Anlegen der speziellen Ausrüstung verbringen, um auf ihren Einsätzen einzigartige Bilder von Eisschollen und -bergen, Anemonen, Seesternen, Quallen und Fischen einfangen zu können. Pinguine und Robben, die Grenzgänger zwischen Wasser und Land, bringen den Betrachter wieder hinaus aus dem nassen Element und aufs Eis, mitten hinein in eine Kolonie von Kaiserpinguinen. Präsentiert werden diese Aufnahmen auf großflächigen Leinwänden, Wind und Vogelgeschrei untermalen die Szenen eindrucksvoll.

Der abschließende Teil der Ausstellung wurde vom Übersee-Museum in wissenschaftlicher Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven gestaltet. Hier steht die antarktische Polarforschung im Mittelpunkt, Kinder können spielerisch noch mehr über die Antarktis herausfinden.

Die Sonderausstellung „Antarctica“ ist im Übersee-Museum Bremen noch bis zum 24. April 2019 zu sehen.

Text: Marcus Bredick
Quelle: Übersee-Museum Bremen

Der Kaiser und sein Fotograf: Regisseur Luc Jacquet mit einem Kaiserpinguin. Foto: Vincent Munier

Parlamentarisches Frühstück in Berlin – September 2018

Ein klares Bekenntnis zur europäischen Sicherheit - Großbritannien verlässt die EU, aber nicht Europa

Unter verschärften Bedingungen fand am 27. September dieses Jahres das Parlamentarische Frühstück in Berlin statt. Es war für die geladenen Gäste nicht ganz einfach, sich zum Veranstaltungsort, dem Hopfingerbräu im Palais, durchzuschlagen. Grund für die leichten Schwierigkeiten war der Staatsbesuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der zu dieser Zeit in Berlin weilte.

Die Begrüßung erfolgte durch den Organisator der Veranstaltung, Ministerialdirigent Karl-Dietrich Haase, in seiner Funktion als Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Maritimen Akademie. Das Frühstück wurde – nicht zum ersten Mal – in bewährter Art und Weise gemeinsam mit MARINBO, dem Maritimen Industriezirkel Bonn-Berlin, ausgerichtet.

Besonders herzlich begrüßt wurden 26 gemeldete Bundestagsabgeordnete, darunter der Schirmherr der Veranstaltung, MdB Ingo Gädechens, CDU. Für die Marine wurde Vizeadmiral Rainer Brinkmann, für die Politik der Vorsitzende des Arbeitskreises Küste, Oliver Grundmann (MdB/CDU) begrüßt. Ein herzliches „Welcome“ galt dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Peter Bartels und aus der Industrie Tim Wagner, dem Geschäftsführer der Lürssen Werft, der als Sponsor des Parlamentarischen Frühstücks diese Veranstaltung möglich gemacht hatte.

Stellvertretend für die Repräsentanten zahlreicher Verbände erwähnt Werner Schiebert an dieser Stelle nur Dr. Hans Christoph Atzpodien, den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Anschließend stimmte Haase die Gäste auf die Rede von S.E. Sir Sebastian Wood in diesen unruhigen Zeiten vor dem BREXIT ein. Sir Sebastian Wood ist seit September 2015 britischer Botschafter in Deutschland und war vorher Botschafter in China.

Zunächst übergab Karl-Dietrich Haase an den Schirmherrn, Ingo Gädechens, der im Rahmen seines Grußwortes natürlich die Wahl von Ralph Brinkhaus am Vortag zum neuen Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ansprach. Er selbst, so Gädechens stehe für Beständigkeit, denn er wurde mit mehr als 96 % der Stimmen erneut zum Obmann des Verteidigungsausschusses gewählt.

Anschließend hatte S.E. Sir Sebastian Wood das Wort, der zum Thema „Allgemeine Aspekte der europäischen Verteidigung und Sicherheit einschließlich der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien“ vortrug.

„Wir verlassen die EU, aber nicht Europa. Wir sind eine europäische Nation, und wir teilen europäische Werte und Interessen. Das haben wir im Laufe der Geschichte und besonders auch im zurückliegenden Jahr mit all seinen Herausforderungen bewiesen.

Großbritannien hat in dieser Zeit ein klares und bedingungsloses Bekenntnis zur europäischen Sicherheit abgelegt. Zunächst mündlich in der Rede unserer Premierministerin bei der Münchener Sicherheitskonferenz und dann noch einmal schriftlich in unserem Weißbuch zur zukünftigen Partnerschaft Großbritanniens mit der EU. Am wichtigsten aber ist, dass wir es in diesem turbulenten Jahr, in dem ganz Europa, nicht nur die EU, an einem Strang ziehen musste, mit unserer Politik unter Beweis gestellt haben.

Im zurückliegenden Jahr hat Großbritannien in allen großen Fragen an der Seite Deutschlands und unserer anderen europäischen Verbündeten gestanden:

Wir haben uns für den Erhalt des wichtigen Atomabkommens mit dem Iran eingesetzt, wir waren entschieden gegen eskalierende Handelskriege und wir haben uns dem völkerrechtswidrigen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien wie auch in Salisbury entgegengestellt, um nicht nur die gefährdeten Personen zu schützen, sondern auch das internationale System, das unsere Sicherheit gewährleistet.

Manche Leute waren besorgt, dass die Entscheidung Großbritanniens für den Austritt aus der EU unsere Rolle in der europäischen Verteidigung und Sicherheit schwächen würde. Diese Leute irren sich. Wir werden weiter bedingungslos für die europäische Sicherheit einstehen.

Es stimmt, die Bevölkerung Großbritanniens hat eine demokratische Entscheidung getroffen, die EU zu verlassen. Und es stimmt auch, dass wir für die Zukunft ein neues Verhältnis zur EU aufbauen müssen, mit einem neuen Gleichgewicht von Rechten und Pflichten in unserer Wirtschaftspartnerschaft. Wenn es jedoch um die Verteidigung und Sicherheit geht, ist es entscheidend, dass wir uns weiter gegenseitig vor den heutigen Gefahren schützen und dass wir auch den künftigen Bedrohungen gemeinsam entgegentreten.

Denn Europa ist (für Großbritannien) mehr als nur die EU, und wir müssen uns alle gemeinsam den immer wieder neuen Bedrohungen stellen. Wir Europäer tun ja tatsächlich jetzt mehr. Endlich investieren wir mehr Geld in unsere Verteidigung und stärken den europäischen Pfeiler der Nato. Die Sicherheits-Instrumente der EU funktionieren inzwischen gut und helfen, uns gegen interne Gefahren wie Kriminalität und Terrorismus zu schützen. Die Nato und die EU haben auch versichert, dass sie zusammenarbeiten werden, um Europa gegen eine neue Art hybrider Bedrohungen zu verteidigen. Diese sind alle gekennzeichnet von der Fähigkeit, Schwachstellen in unserer Wirtschaft und unseren Gesellschaften auszunutzen, die oft vom rasanten Tempo des technologischen Wandels verursacht werden. Großbritannien hat eine starke nachrichtendienstliche Verbindung zu seinen europäischen Partnern und zu Deutschland insbesondere, was dazu beiträgt, Terroranschläge zu vereiteln. Das ist uns dieses Jahr auch gelungen!

Großbritannien steht an der Spitze dieser europäischen Reaktion. Wir engagieren uns in dreierlei Hinsicht:

Wir halten unsere Position als führender NATO-Partner in Europa, indem wir in unsere Fähigkeiten investieren und das Leitbild dafür gestalten, wie die Nato sich auf neue Bedrohungen einstellen kann.

Wir schlagen eine tiefgehende Drittstaaten-Partnerschaft mit der EU vor, insbesondere um weiter einen Beitrag zu den Instrumenten und Agenturen der inneren Sicherheit der EU leisten zu können – wie Europol, SIS II oder dem Europäischen Haftbefehl. Und wir bauen stärkere bilaterale Verteidigungs- und Sicherheits­beziehungen zu europäischen Ländern auf.

Die enge bilaterale Verteidigungsbeziehung Großbritanniens mit Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür. Unsere Streitkräfte operieren gemeinsam: bei der Operation Resolute Support in Afghanistan, im Rahmen der Mission gegen den Islamischen Staat in Syrien und Irak, und wir führen beide Bataillone der Nato-Speerspitze im Baltikum.

Nächste Woche wird unser Verteidigungsminister Williamson gemeinsam mit Verteidigungsministerin von der Leyen eine gemeinsame Erklärung zu unserer künftigen verstärkten Verteidigungszusammenarbeit unterzeichnen. Großbritannien hat auch Pläne für unsere weitere militärische Präsenz in Sennelager zu Ausbildungszwecken und für die Bildung einer gemeinsamen deutsch-britischen Brücken-Einheit in Minden auf der Basis des Brücken- und Fährenfahrzeugs Amphibie M3. Außerdem haben wir uns wieder dem Boxer-Programm angeschlossen und freuen uns darauf, in bis zu 500 gemeinsam entwickelte moderne Panzerfahrzeuge zu investieren. Da wir auf beiden Seiten neue Systeme zu entwickeln haben, gibt es viel Raum für eine Zusammenarbeit – zum Beispiel beim Major Ground Combat System für den Bodenkampf oder dem Programm zum Ausbau der Eurofighter-Fähigkeiten (Typhoon Capability-Programme). Ich sehe keinen Grund, warum die Bundesmarine und die Royal Navy nicht davon profitieren sollten, in Sachen Gerätefähigkeit enger zu kooperieren – wir verfügen über einige erstklassige Fähigkeiten. Und vielleicht ist die deutsche Rüstungsindustrie auch daran interessiert, sich zum Beispiel an dem neuen Typ 31-Fregatten-Exportprogramm zu beteiligen.

Sie sehen: Entschlossenheit, greifbare Ergebnisse und echte Partnerschaft. Das ist es, was Großbritannien in Deutschland und in Europa einzubringen hat und was wir mit unserem Weißbuch zum künftigen Verhältnis Großbritanniens zur EU angeboten haben. Die Erklärung von Bundeskanzlerin Merkel nach dem Gipfel in Salzburg, dass sie eine gemeinsame Grundlage für die Zusammenarbeit bei der inneren Sicherheit und in der Außenpolitik sieht, stimmt mich optimistisch.

Aber wie Premierministerin May nach Salzburg gesagt hat, befinden wir uns in den Verhandlungen jetzt in einer Sackgasse, besonders bei den beiden miteinander zusammenhängenden Fragen einer Notfallregelung für Nordirland und unserer zukünftigen Handelsbeziehungen. Diese Fragen müssen in einer Art und Weise gelöst werden, die den grundlegenden Interessen beider Seiten Rechnung trägt. Wir haben unsere Vorschläge für eine künftige Handelsbeziehung mit der EU sorgfältig so gestaltet, dass der Binnenmarkt der EU respektiert wird. Und unsere Vorschläge für die Grenze zwischen Nordirland und Irland sind so konzipiert, dass die Integrität des Vereinigten Königreichs bewahrt wird.

Ich hoffe, dass diese noch strittigen Punkte gelöst werden können. Wenn nicht, besteht die Gefahr, dass Großbritannien die EU ohne eine Regelung verlässt. Das ist in niemandes Interesse. Das britische Bekenntnis zur europäischen Verteidigung und Sicherheit bliebe zwar bestehen, aber wir wären dann sehr eingeschränkt in unseren Möglichkeiten, es auch umzusetzen. Wir könnten Verteidigungsinitiativen der EU nicht unterstützen und könnten keine Beiträge mehr zu den Instrumenten und Behörden der inneren Sicherheit leisten. Unsere kollektive Verteidigung gegen neue hybride Bedrohungen würde beeinträchtigt. Und das wäre geostrategisch sub-optimal.

Ich hoffe vielmehr, dass es uns gelingt, einen gangbaren Weg zu finden. Wenn Europa die Tatsache akzeptiert, dass Großbritannien die EU verlässt, wird es hoffentlich auch erkennen, dass es im Nordwesten einen starken und fähigen Partner hat, der fest zur Verteidigung und Sicherheit unseres Kontinents steht.”

Text: S.E. Sir Sebastian Wood und Werner Schiebert, Chefredakteur Leinen los!
Foto: Deutscher Marinebund e.V.

Chorleiterseminar in Laboe

Die Deutsche Maritime Akademie veranstaltet in Verbindung mit dem Beauftragten der Shantychöre vom 22. bis 25. November 2018 ein Chorleiterseminar in Laboe.

Im Rahmen des Seminars werden folgende Themen behandelt: Dirigieren, Tonangabe, Tonbildung/Klanggestaltung, Atemtechnik, Öffentlichkeitsarbeit, Bühnentechnik, GEMA, Urheberrecht und Künstlersozialversicherung.

Die Kosten für das Chorleiterseminar betragen 75 Euro pro Person. Für mitreisende Partner ist die Unterbringung im selben Zimmer möglich. Die Zusatzkosten betragen 100 Euro pro Begleitung. Unterkunft und Verpflegung sind im Teilnahmebetrag enthalten. Jeder Teilnehmer erhält eine Anmeldebestätigung mit weiteren Informationen. Bitte bei der Anmeldung angeben, ob bei der Führung durch das Marine-Ehrenmal eine Kranzniederlegung stattfinden soll.

Weitere wichtige Informationen zur Anmeldung und zum Programm entnehmen Sie bitte der pdf-Datei (siehe Link unten)

Quelle: Deutsche Maritime Akademie e.V.

Ausschreibung_Chorleiterseminar_2018

10. Maritimes Expertengespräch – Maritime Brennpunkte an den Außengrenzen Europas

Die Historische Halle auf dem Gelände des Marine-Ehrenmals in Laboe war vor kurzem bis auf den letzten Platz gefüllt. Offensichtlich traf das Thema „Maritime Brennpunkte an den Außengrenzen Europas“ des 10. Maritimen Expertengesprächs den Nerv der zahlreichen in und um Kiel beheimateten an maritimer Sicherheitspolitik Interessierten. Ein deutliches Zeichen der Verbundenheit zum Deutschen Marinebund (DMB) war die Teilnahme einer Delegation der Marine-Offizier-Vereinigung und des Deutschen Maritimen Instituts, angeführt von den Admiralen a.D. Wolfgang Nolting und Hans-Joachim Stricker. Doch auch die Marineschule Mürwik sorgte mit rund 90 Offizieranwärtern für eine würdige Kulisse in „Blau“. Veranstalter des Maritimen Expertengesprächs waren die Deutsche Maritime Akademie (DMA), eine 100-prozentige Tochter des DMB, der Nautische Verein zu Kiel und die Gesellschaft für Sicherheitspolitik.

Ziel des diesjährigen Expertengespräches war es, Politik und Militär zu einer klaren Aussage über die künftige strategische Ausrichtung der maritimen Sicherheitspolitik Deutschlands zu bewegen. Gegenstand der Vorträge war die Lage in der Ostsee, dem vermeintlichen „Meer des Friedens“ ebenso wie im Mittelmeer und im Nahen und Mittleren Osten. Die Expertenrunde analysierte die aktuelle Sicherheitslage und versuchte, eine Antwort darauf zu geben, welche politischen und militärischen Lösungsansätze möglich und notwendig und welche Vorschläge seitens der Politik bereits vorliegen bzw. angedacht sind.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Präsident des Deutschen Marinebundes, Staatssekretär a.D. Heinz Maurus, die Gäste und riss das Thema kurz an. Jörg Alter, Ministerialrat a.D., von Anfang an verantwortlich für die Planung und Durchführung dieser Veranstaltung, blickte auf die zehnjährige Geschichte der Expertengespräche zurück und übergab das Wort an den Moderator des Abends, Dr. Jürgen Rohweder, Ehrenvorsitzender des Nautischen Vereins zu Kiel.

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, Vizepräsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, führte in einem fulminanten, ca. 20 minütigen Impulsvortrag in das Thema ein und gab einen Überblick über die weltpolitische Sicherheitslage. Weitere Statements folgten von Johannes Peters, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Maritime Strategie und Sicherheit am Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, von Ingo Gädechens, Mitglied des Deutschen Bundestags, langjähriger Obmann der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion und – last, but not least – von Flottillenadmiral Axel Deertz, Unterabteilungsleiter Operation im Marinekommando Rostock. Die Veranstaltung endete nach mehr als zweieinhalb Stunden mit einer abschließenden Diskussion und einem kleinen „Rees an Backbord“ im Restaurant Heimathafen in Laboe.

Es ist geplant, alle Vorträge in Leinen los! Ausgabe 1-2/2018 zu veröffentlichen.

Text: Werner Schiebert, DMB-Vizepräsident und Chefredakteur Leinen los!
Fotos: Matthias Faermann, stellvertretender Chefredakteur Leinen los!

Der Blick ins Publikum – in der ersten Reihe (v.r.) Vizeadmiral a.D. Wolfgang Nolting, DMB-Präsident Heinz Maurus, Ehrenpräsident Karl Heid.
Heinz Maurus bei seinem ersten Auftritt als Vorsitzender der Deutschen Maritimen Akademie.
Als Moderator der Maritimen Expertengespräch seit zehn Jahren an Bord, Dr. Jürgen Rohweder.
Generalleutnant a.D. Kersten Lahl verdeutlicht die sicherheitspolitische Lage Deutschlands in seinem rund 20-minütigen Impulsvortrag.
Johannes Peters trägt engagiert aus wissenschaftlicher Sicht zum Thema des Abends vor.
Flottillenadmiral Axel Deertz zeigte die vielfältigen Aufgaben der Deutschen Marine auf.
(v.l.) Das Podium und der Organisator (v.l.): Jörg Alter, Dr. Jürgen Rohweder, Heinz Marurs, Johannes Peters, Axel Deertz, Ingo Gädechens, Kersten Lahl.

9. Maritimes Expertengespräch – Sind die Meere noch zu retten?

9. Maritimes Expertengespräch Laboe am 17. November 2016
Das Meer und seine globale Bedeutung für den Menschen sind Kernthemen für die Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Marinebundes und der Deutschen Maritimen Akademie.

Jörg Alter
Stehen die Meere durch Verschmutzung, Klimawandel, Ozeanversauerung und intensive Nutzung vor dem Kollaps? Wir wollen im diesjährigen Expertengespräch dazu alte und neue wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse erörtern, eine Gefährdungsanalyse abgeben und versuchen, Lösungsansätze zum Schutz der Meere aus Forschung, Politik und Wirtschaft herauszuarbeiten. Der Mensch profitiert vom Meer und seinen Küsten in vielerlei Hinsicht. Er nutzt es als globalen Transportweg, als Lebensmittel- und Rohstofflieferanten und auch als Erholungsort. Gleichzeitig behandelt er es schlecht. Er missbraucht es als Müllkippe und beutet es durch unkontrollierte Nutzung rücksichtslos aus. Die Folge ist bereits jetzt eine teilweise Zerstörung der Meeresumwelt. Hinzu kommt die durch die Verbrennung fossiler Energieträger verursachte massive Freisetzung von Kohlendioxid in der Luft, die sich gleich zweifach auf die Meere auswirkt. Da ist zum einen die globale Erwärmung und damit verbunden der Anstieg des Meeresspiegels durch das Abschmelzen der Eisdecken in den arktischen Regionen. Wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen, werden durch Überschwemmungen weltweit Inseln und Küstenregionen und damit die Existenz von Millionen Menschen bedroht sein. Daraus folgt eine veränderte weltweite Sicherheitslage durch neue Migrations- und Flüchtlingsströme.
Schon heute beschäftigen sich Militärs mit denkbaren Szenarien. Zum anderen wird seit einiger Zeit nachgewiesen, dass sich das Kohlendioxid aus der Luft mit einem Anteil von 30 % im Meerwasser auflöst: das Resultat ist eine Versauerung der Meere. Durch diese Veränderung des Meereswassers können sich bedeutende Konsequenzen für das Leben im Ozean ergeben. Betroffen sind auch Arten, die für uns von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind.
Inzwischen sind Öffentlichkeit und Politik alarmiert. Ob beim letzten Klimagipfel in Paris, beim G7-Treffen auf Schloss Elmau oder bei der Vorstellung des vierten World Ocean Review in Berlin, die zunehmende Gefährdung der Ozeane mit gravierenden Folgen für die Menschheit sind zu einem zentralen Thema geworden…

Sind die Meere noch zu retten? - 9. Maritimes Expertengespräch